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Eiweiß senkt den Druck

Ein hoher Anteil an Eiweiß und löslichen Ballaststoffen, die durch die Nahrung zugeführt werden, können die Blutdrucksenkung bei Patienten mit hohem Blutdruck unterstützen.
Das zeigt eine kleine Studie mit 41 Patienten, die zunächst vier Wochen lang eine eiweißarme (12,5 % der Nahrungsenergie) und ballaststoffarme Diät erhielten. Danach wurden sie einer von vier Gruppen zugeteilt und erhielten acht Wochen lang entweder weiterhin dieselbe Diät oder zusätzlich 66 g Sojaprotein, beziehungsweise Psyllium . Soja brachte den Proteinanteil and er Gesamt-Nahrungsenergie auf 25 %.
Psyllium ist ein löslicher Ballaststoff, der weitere 12 g/Tag Ballaststoff zuführte. In der vierten Gruppe erhielten die Patienten sowohl Protein als auch Psyllium. Sowohl Eiweiß - als auch Ballaststoffzufuhr senkte den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 5,9 mmHg im Vergleich zu den anderen Teilnehmern. Den größten Effekt erzielte man jedoch mit einer kombinierten Eiweiß- und Ballaststoffzufuhr, die den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 10,5 mmHg senkte. Und zwar unabhängig vom Alter, Geschlecht, Alkoholzufuhr oder Gewicht.


Knoblauch: Mittel gegen den Krebs und Malaria

Wer gegen Malaria und Krebs vorbeugen will, sollte viel Knoblauch essen. Wie die "Welt" berichtet, haben kanadische Forscher herausgefunden, daß Knoblauch Substanzen enthält, die gegen  beide Krankheiten wirken. Krebs- und malariahemmend wirken in Knoblauch enthaltene Disulfide, die das sogenannte Glutathion-System in den menschlichen Zellen hemmen. Das System spielt eine wichtige Rolle bei einer schnellen Zellteilung, wie sie etwa bei Tumoren oder einer Malariainfektion auftritt.

Entkoffeiniert bedeutet nicht automatisch gesund

Der Genuß von entkoffeiniertem Kaffee steigert das Risiko, an Rheumatoider Arthritis, einer Form des Gelenkrheumatismus, zu erkranken. Das konnte in einer Studie mit 31336 Frauen zwischen 55 und 60 Jahren festgestellt werden, die Fragebögen zu ihren Trinkgewohnheiten ausgefüllt hatten. 11 Jahre nach Studienbeginn ermittelten die Forscher, daß 158 medizinisch gesicherte Fälle von RA unter den Probandinnen auftraten. Dabei konnten sie nachweisen, daß der Konsum von mehr als 4 Tassen entkoffeiniertem Kaffee pro Tag das Risiko für Rheumatoide Arthritis gegenüber Frauen, die keinen Kaffee tranken, mehr als verdoppelte. Tee scheint hingegen eine Schutzwirkung zu haben: Frauen, die mehr als 3 Tassen Tee täglich tranken. konnten ihr Risiko, verglichen mit Nicht-Teetrinkerinnen, um 60 % verringern. Normaler Kaffee mit Koffein hatte keinen Einfluß auf das Erkrankungsrisiko.

Umweltmedizin:
Strahlen - Grenzwert wird deutlich unterschritten. Den größten Anteil an der gesamten Strahlenbelastung der Bundesbürger haben medizinische Anwendungen.

Energiereiche Strahlung ist gefährlich. Für Menschen, die beruflich einer erhhöhten Strahlung ausgesetzt sind, wurde deshalb international der Grenzwert von höchstens 50 Millisievert(mSv) pro Jahr festgelegt.
Im Durchschnitt beträgt die Strahlenbelastung in Deutschland por Jahr über vier mSv und liegt damit deutlich unter diesem Grenzwert. Den größten Anteil an dieser Gesamtbelastung verursachen mit 43 % medizinische Anwendungen. Radon, ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas, das aus Gestein und Böden entweicht, ist mit 30 Prozent die zweitgrößte Strahlungsquelle. Bemerkenswert: 0,4 % der Strahlenbelastung entfallen auf den Reaktorunfall in Tschernobyl in Jahre 1986. Am stärksten ist die natürliche Strahlenexposition in Deutschland in einigen Mittelgebirgen wie im Thüringer Wald, im Bayerischen Wald oder auch in Teilen des Schwazwalds nachzuweisen. Unterdurchschnittlich strahlt dagegen der Untergrund im norddeutschen Flachland. (Ärzte-Zeitung, 21.01.2002)

Winzige Biosensoren verdrängen manches große Laborgerät

Tübingen:
Weg vom Labor, hin zum Chip - dieser Trend beherrscht derzeit Medizin und Naturwissenschaften. Ob man Krankheitszeichen im Blut oder Schadstoffe im Trinkwasser nachweisen will:  Wozu es früher eines Geräteparks bedurfte, das erledigen heutzutage oft schon winzige Biosensoren. Typisch für Biosensoren ist, daß darin zwei Schichten eng miteinander gekoppelt sind, Die obere ist dicht besetzt mit biologischen Molekülen. Das können Enzyme, Antikörper oder DNA - Bruchstücke sein. Sie haben die Aufgabe, ihr Partnermolekül zu erkennen. das funktioniert im Idealfall nach einem einfachen Prinzip: Bindet eine Testsubstanz, ist sie die richtige - so wie sich mit einem Schlüssel meist nur ein einziges Schloß aufstperren läßt. Hat sich aus dem hinzugegebenen Gemisch verschiedener Komponenten das passende Gegensstück an das Molekül der sensiblen Schicht gelagert, wird ein Signal ausgelöst, zum Beispiel: An dieser Stelle hat sich das Gewicht erhöht. "Außer der Masse dienen als Erkennungszeichen noch viele andere physikalische Größen, etwa Ladung, Leitfähigkeit oder Lichtbrechung", erläuterte Professor Günter Gauglitz aus Tübingen auf einem Biosensor - Symposium in der Stadt. Unterhalb der Erkennungschicht liegt als zweite Schicht der Signalwandler. Er setzt die Zustandsänderung, die das Binden einer Testsubstanz bewirkt, in ein elektronisches Signal um. Je nach dessen Stärke lässt sich nicht nur prüfen, ob ein Stoffgemisch die gesunde Substanz enthält, sondern sogar, in welcher Menge. Forschern ist es inzwischen gelungen, die Nachweisgrenze immer weiter zu senken. Würde man ein Stück Würfelzucker in den Bodensee werfen und auflösen - manche Geräte würden die Zuckerspuren tatsächlich finden. Zur Bestimmung von Zucker, natürlich im Blut von Diabetes - Patienten, diente auch der erste Biosensor, der Anfang der 60er Jahre gebaut wurde. In ihrem wichtigsten Anwendungsgebiet der klinischen Diagnostik, ist dies bis heute die wichtigste Nutzung der Biosensoren geblieben. Doch andere medizinische Bereiche holen mehr und mehr auf: Zum Beispiel versuchen Forscher mit diesen Apparaten, Rinderblut auf pathologische Prionen zu testen oder Humanblut auf Hormone, Medikamente oder Drogen. Am meisten Schlagzeilen haben in jüngster Zeit DNA - Chips gemacht, ebenfalls Biosensoren. Bestückt man einen DNA - Chip mit einem Sortiment ausgewäglter DNA - Fragmente, lässt sich nach Zugabe einer Blutprobe erkennen, welche Erbkrankheit der Patient hat. Denn intakte DNA - Stücke lagern sich an die DNA des Biosensor, defekte dagegen nicht. Vor allem für die Diagnostik von Krebs wäre diese Methode ein Gewinn, aber zum Beispiel auch von Allergien: Was verträgt jemand so wenig, daß er mit juckendem Hautausschlag reagiert? Noch ist der DNA - Chip allerdings nicht so ausgefeilt, daß er für den Routinebetrieb in der Klinik taugt. Das zweite große Arbeitsfeld der Biosensoren ist die Umweltanalytik, Verunreinigungen des Wassers, die zur Zeit einigen Kummer bereiten, sind aus Kunststoffen stammende Substanzen mit östrogenartiger Wirkung. Bei Tieren haben sie wahrscheinlich schon das hormonelle Gleichgewicht verschoben, etwa bei Fischen in den Norwegischen Seen oder bei Alligatoren der Everglades. Daher sind Befürchtungen naheliegend, daß sie auch den Menschen schaden könnten. Diese giftigen Verbindungen kontinuierlich zu messen hat sich eine Forschergruppe um Gauglitz zum Ziel gesetzt. Bisher musste man ein Probe ziehen und bis zum nächsten Tag aus Ergebnis warten. Biosensoren jedoch, etwa hinter einer Kläranlage aufgestellt, könnten Auffälligkeiten sofort melden - bald vielleicht für viele Stoffe. (Ärzte Zeitung, 25.01.2002)

Akupunktur: Stechen allein reicht nicht

BETHESDA - Amerikanische Forscher sind dem Verständnis, wie Akupunktur funktioniert, einen Schritt näher gkommen. Sie untersuchten dazu in einer Studie den De - Qi - Effekt, der durch Manipulation (Drehen oder Auf - und Abbewegen) der Nadel nach dem Stechen ausgelöst und als essentiell für die Wirkung der Behandlung angesehen wird. Dabei scheint es, als ob das Gewebe die Nadel festhält, was der Akupunteur als spürbaren Widerstand beim Herausziehen der Nadel wahrnimmt. Der Patient spürt das z. B. als Druck, Kribbeln oder Taubheit an der Einstichstelle. Bei den 30 Studienteilnehmern wurden von einem computergesteuerten System in jeweils 8 klassische Akupunkturpunkte und 8 zufällig bestimmte Körperstellen Nadeln gestochen und gedreht. Verglichen mit Nadeln, die nach dem Stechen nicht weiter bewegt wurden, braucht man für Nadeln, die in eine Richtung gedreht worden waren, 167 % und für Nadeln, die in beide Richtungen gedreht worden waren, 52 % mehr Kraft zum Herausziehen. Zwischen den klassischen Akupunkturpunkten und den zufälligen Körperstellen gab es dabei keine Unterschiede. Diese Studie belegt, daß der De-Qi-Effekt tatsächlich messbar ist., Die Studienautoren vermuten, daß das Manipulieren der Nadeln biomechanische Vorgänge im Gewebe auslöst, die möglicherweise auch lang anhaltende intra- und extrazelluläre Wirkungen zufolge haben. (Pressemitteilung der American Pysiological Society)

Akupunktur - ohne Nebeneffekte

Die Ruhr - Universität Bochum veröffentlichte eine Studie, die bewies, daß durch die Akupunktur nicht nur eine Schmerzausschaltung und Heilung erreicht, sondern auch unerwünschte Nebeneffekte ausgeschaltet werden können. In dem ersteh Zwischenergebnis der weltweit größten medizinischen Studie über die traditionelle Methode der chinesischen Heilkunst ist vor allem die Wirksamkeit bei volkswirtschaftlich relevanten Erkrankungen wie chron. Gelenkverschleiß, Spannungskopfschmerz, Migräne und chron. Rückenschmerzen getestet worden.

Vegetarier mit erhöhtem Homocystein

TAIPEI - Vegetarier haben einen höheren Homocystein - Blutspiegel als Menschen, die auch Fleisch essen. In einer Studie in Taiwan wurden 45 buddhistische Nonnen, die sich lacto-vegetabil ernährten mit 45 gleichaltrigen Personen verglichen, die auch Fleisch zu sich nahmen. Die Vegetarerinnen nahmen  mit ihrer Nahrung normale Mengen von Folsäure auf, aber nur 21 % der in Teiwan üblichen Menge an Vitamin B 12. Das hatte auch Auswirkungen auf die Menge dieser Vitamine im Blut, denn die Vegetarierinnen wiesen viel mehr Folsäure und viel weniger B 12 als die Vergleichsprobanden auf. Das Homocystein, das einen Risikofaktor für Atheriosklerose darstellt, war bei ihnen leicht erhöht, was wahrscheinlich auf den Vitamin-B12-Mangel zurückzuführen ist. Eine unserer Hauptquellen für das Vitamin ist Fleisch.
(Journal of Nutrition 2002, Vol. 132, S. 152 - 158)

Mit Folsäure gegen Darmkrebs

New York - Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung mit tödlichem Ausgang. Frühe Diagnostik und Therapie können die Sterblichkeit um bis zu 33 % senken. Und es gibt noch eine weitere Positivmeldung aus einer internationalen Studie, an der auch das Deutsche Krebsforschungszentrum DKFZ in Heidelberg beteiligt ist. Wer auf seinen Folsäurestatus achtet, hat ein niedrigeres Risiko für das Entstehen von Darmkrebs. Frauen, die mehr als 367 mg Folsäure pro Tag zu sich nahmen, hatten das geringste Risiko für ein Karzinom von Kolon (Dickdarm) oder Rektum (Enddarm). Auch wenn viele verschiedene Faktoren zur Krebsentstehung beitragen - die Empfehlungen zur Folsäure sind: Sich folsäurereich ernähren und last not least: Faktoren meiden oder reduzieren, die sich ungünstig auf den Folsäurespiegel auswirken: Stress, Nikotin, Alkohol und manche - eventuell überflüssigen Medikamente zählen dazu. (International Journal of Cancer 2002, Vol. 97, S. 864 - 867)

Vergiftung durch zuviel Duft
Verschluckte ätherische Öle können Säuglinge gefährden

Berlin. Bei Säuglingen und Kleinkindern können schon wenige in den Nasen-Rachenraum gelangte Tropfen eines ätherischen Öls zu Verkrampfungen des Kehlkopfs zu Atemstillstand führen. Schwere Vergiftungen sind jedoch selten, wie das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin mitteilt. Die Öle wirken toxisch auf das zentrale Nervensystem, die Nieren und die Atemwege. Sehr giftig sind etwa Kampher, Eukalyptusöl und Pfefferminzöl. Weniger giftig sind Terpentinöl, Orangen/Zitronenschalen-, Teebaum- und Nelkenöl. (Ärzte Zeitung, 06.03.2002)

Blutfett kümmert Kefir nicht

STE. ANNE DE BELLEVUE - Das als besonders gesund eingestufte Milchprodukt Kefir hat keinen Einfluss auf die Blutfettwerte, wei ein kanadisches Forscherteam jetzt feststellte. In einer Studie hatten sie 13 Probanden mit leicht erhöhtem Cholesterinspiegel in 2 Durchgängen jeweils 4 Wochen lang Kefir oder ein anderes Milchprodukt trinken lassen. Am Ende des Versuchszeitraums wurden die Blutfettwerte erneut gemessen, aber es hatte sich im Vergleich zu den Ausgangswerten so gut wie nichts getan. Weder das Gesamtcholesterin noch einzelne Bestandteile konnten gesenkt werden. Lediglich mit dem Stuhl wurden durch den Kefirgenuß vermehrt Bakterien und kurzkettige Fettsäuren ausgeschieden. (BMC Complementary and Alternative Medicine 2002, Vol. 2:1)

Koffein fördert Insulinresistenz

Nijmegen - Koffein setzt bei gesunden Menschen die Insulinempfindlichkeit herab. Diese Vermutung konnten niederländische Wissenschaftler jetzt in einer Studie bestätigen. Sie injizierten 12 Freiwilligen entweder eine Koffein - oder eine Placebo - Lösung und bestimmten danach die Blutwerte für Insulin, bestimmte Nervenbotenstoffe, die durch Koffein verstärkt ausgeschüttet werden, und die freien Fettsäuren. Durch das Koffein wurde die Insulinempfindlichkeit der Teilnehmer um 15 % herabgesetzt. Das bedeutet, dass das Insulin im Körper nicht mehr so gut wirksam ist, um Zucker abzubauen. Die Konzentration der freien Fettsäuren im Blut wurde gesteigert und ebenso, wie erwartet, die Menge der Nervenbotenstoffe Epinephrin und Norepinephrin. Die Studienleiter vermuten, daß die verminderte Insulinempfindlichkeit, durch diese Botenstoffe verursacht wird. (Diabetes Care 2002. Vol. 25, S. 364-369)

Statt abwarten und Tee trinken

READING - Weißdorn war schon den Heilkundigen in pillenloser Vorzeit ein willkommenes Kraut, um einen zu hohen Blutdruck zu senken. Wie auch immer die Blüten, Blätter und Früchte von Crataegus damals zubereitet wurden, bis in unsere Zeit hielt sich der Tripp, es bei Hochdruck doch mit Weißdorntee zu probieren. Britische Forscher haben nun die Wirkung dieser Arzneipflanze bei leichten Bluthochdruck untersucht. Eine Patientengruppe erhielt Weißdorn, die nächste Magnesium, eine weitere ein Kombination aus beiden und die Kontrollgruppe ein Placebo mit Zückerchen ohne Wirksubstanz drin. Siehe da: Zwar war der Unterschied zwischen den einzelnen Gruppen nicht so groß. Aber ab der 10. Woche zeichnete sich in der Weißdorn - pur - Gruppe eine viel versprechende, weil senkende Wirkung auf den Blutdruck ab, außerdem wurden die Patienten weniger ängstlich. Deshalb: Anbwarten ist immer noch angesagt, aber bei Bluthochdruck besser mit einer Weißdorntablette denn mit Weißdorntee.
Phytotherapy Research 2001, Vol. 1, S.48-54

Tofu nimmt den Schmerz

BALTIMORE - Soja schmeckt nicht immer und ist vor allem mal gesund. Reich an Protein und sekundären Pflanzenstoffen für Knochen, Hormonhaushalt und Prostata und vor allem zur Krebsprophylaxe. Zwar in aller Munde, aber noch längst nicht jedem Gaumen, könnte sich dies zumindest bei Menschen mit chronischen Schmerzen bald ändern. Denn eine Diät mit vie Sojaeiweiß könnte die Schmerzenspein lindern und Schmerzmittel einspraren. Studien mit kranken Ratten, die zwei Wochen lang ausschließlich mit Soja- oder Käseeiweiß gefüttert wurden, zeigten, dass die Sojagruppe bei entsprechender Reizung Schmerzen besser ertragen konnte. Eine solche Ernährungstherapie zur Ergänzung wäre vor allem für Krebspatieten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium wünschenswert, da diese in 67 % aller Fälle unter Dauerschmerzen leiden. (Medical Tribune 19.03.2002)

Längeres Leben bei 7 Stunden Schlaf

Wer lange leben will, muß nicht lange schlafen: Menschen, die sich mit sechs bis sieben Stunden Schlaf begnügen, haben eine geringere Sterberate als Menschen, die deutlich länger oder kürzer schlafen. Zu diesem Schluß kamen jüngst Forscher der Universität San Diego, USA. Sie hatten Protokolle von über 1,1 Millionen Menschen analysiert und Personen mit ähnlichem Alter, Gesundheitszustand und Lebensstil verglichen. Am schlechtesten schnitten ausgesprochene Langschläfer ab: Bei Personen, die mehr als zehn Stunden schliefen, lag die Sterberate um 40 Prozent höher als bei Leuten mit sieben Stunden Schlaf.
(Ärzte - Zeitung, 18.02.02)

Wüstenpflanze hilft dem Magen

LONDON - Aloe vera gilt in manchen Kulturen als wahres Wunderpflänzchen. Bei Hautproblemen, Sonnenbrand, Insektenstichen oder anderen Malaisen hilft es - meist in Gelform - schnell und ohne Nebenwirkung. Wissenschaftler der Barts and London School of Medicine and Dentistry basteln nun an einer speziellen Gel - Rezeptur für die innerliche Anwendung der pflegeleichten Sukkulentenart. Denn seit bekannt ist, dass Aloe vera den Heilungsprozeß bei Magengeschwüren positiv beeinflussen kann, gibt es neue Ansätze zum Einsatz des grünen Wunders. So sollen Pflanzenauszüge nicht nur zur Behandlung, sondern auch zur Prävention von Magengeschwüren, in der Therapie des Reizdarm - Syndroms (IBS), eingesetzt werden oder die Einnahme von magenunfreundlichen Substanzen erträglicher machen. Erste Tests an Magenzell - Kulturen stimmten zuversichtlich. (Mitteilung anläßlich des Treffens der British Society of Gastroenterlogy)

Fischöl schützt Gesunde vor plötzlichem Herztod

Bei Männern ohne KHK - Syndrome mit hohem Omega-3-Fettsäurespiegel im Blut sinkt das Risiko um 81 Prozent.
BOSTON (sko). Bei Männern ohne Anzeichen für eine Koronare Herzkrankheit (KHK) wird das Risiko für einen plötzlichen Herztod um 81 % verringert, wenn sie viel Fisch essen. Denn die im Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren schützen vor dieser KHK - Komplikation, wie US - amerikanische Wissenschaftler jetzt belegen konnten. Dr. Christine M. Albert vom Brigham and Women`s Hospital in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts und ihre Kollegen untersuchten 94 Ärzte, die bis zu 17 Jahre in der Physicians Health Study beobachtet worden waren. Insgesamt wurden in der Physicians Health Study 22071 Mediziner ohne vorbestehende Herzerkrankungen, Schlaganfälle oder Krebserkrankungen über 20 Jahre untersucht. Albert ermittelte die Fettsäurezusammensetzung im zuvor gewonnenen Blut der 94 Probanden, die alle an einem plötzlichen Herztod als erste Manifestation einer KHK gestorben waren. Sie verglich diese Werte mit denen von 184 gesunden Männern, die den Gestorbenen in Alter und Rauchgewohnheiten entsprachen. Dazu wurden die Männer in Quartile entsprechend der Höhe der Fettsäurespiegel eingeteilt. Albert stellte fest: Je höher der Omega-3-Fettsäurespiegel, desto geringer das Risiko für einen plötzlichen Herztod. Sie errechntete eine Risikoreduktion von 81 Prozent für Männer mit Fettsäure-Werten im oberen Vergleich zu Männern mit Werten im unteren Quartil. Da 50 Prozent der Patienten, die an plötzlichem Herztod sterben, zuvor keine KHK-Symptome haben, müssten präventive Maßnahmen besonders diese Menschen ohne Symptome erreichen, so Albert. Dementsprechend sei eine erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren durch häufige Fischmahlzeiten eine gute, billige und risikoarme Möglichkeit, diesen Teil der Bevölkerung mit einer Präventivmaßnahme zu erreichen. (Ärzte Zeitung, 12.04.2002)

Magisches Getränk: Australier schwören auf Wunderwasser

Sydney - Ganz Australien schwärmt von einem Wunderwasser, das den Namen "Unique Water" trägt. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die australischen Medien überschlagen sich förmlich mit Berichten über das magische Geränk. Zunächst wurde das Wasser an Schafen getestet. Ergebnis: Das Wundergetränk verlängerte ihr Leben. Bei einer so guten Wirkung wollten natürlich auch Menschen von dem Getränk probieren. Wissenschaftler fanden heraus, dass "Uniqwie Water" auch auf Menschen eine positive Wirkung ausübt: So lindert das Wasser Krankheiten wie Arthritis und Osteoporose. Ein australischer Journalist, der das Getränk zwei Jahre lang getestet hatte, wurde durch Einnahme des Wassers angeblich eine Reihe von Beschwerden los: Ihn plagten Nackenschmerzen, Pickel im Gesicht und Müdigkeit. Inzwischen darf das Wasser nach behördlicher Genehmigung in Australien und den USA damit werben, "Entzündungs- und Verfallskrankheiten " vorzubeugen. Das Geheimnis das Wassers ist laut seinem Entdecker, dem Arzt Russel Beckett, sein Anteil an Magnesium-Bicarbonat, das in Körperzellen die Auswirkungen von Säure und Kohlendioxid hemmt. (09.05.2002)

Grüner Tee gegen Parkinson?

Denver - Der Genuß von Grünem Tee kann vielleicht vor Parkinson schützen oder das Fortschreiten des Leidens hinauszögern. Wie US - Forscher jetzt entdeckt haben, enthält Grüner Tee das Antioxidationsmittel Polyphenol. Mit dessen Hilfe könnten möglicherweise die freien Radikale bekämpft werden, die für Parkinson typische Zellschäden im Gehirn verursachen, so die Forscher auf einem Kongress der American Academy of Neurology. Tests an Mäusen hätten die positiven Effekte des Polyphenols bestätigt und dessen Wirkmechanismen verdeutlicht. Nun will man die Schutzfunktion des Polyphenols am Menschen testen. (BBC News, 23.4.2002)

Mikul - Myrrhe senkt Cholesterin ayurvedisch

Dallas/Houston - Mit dem Cholesterin ist das so eine Sache: Für den Körper ist es lebensnotwendige Bausubstanz. Zuviel davon über die Nahrung verbaut jedoch die Gefäße und sorgt für arteriosklerotische Ablagerungen. Was tun? Cholesterinreduzierte Ernährung und entsprechende pharmakologische Substanzen sind zwei der möglichen Maßnahmen. Eine neue Option ist ein ayurvedisches Kraut, das in einer Studie des Howard Hughes Medical Institute und des Baylor College auf seine Tauglichkeit hin untersucht wurde. Noch weiß man zwar nicht wie, aber ein Wirkstoff aus dem Harz des Guggulbaums, der Mikul - Myrrhe, hat eine deutlich lipidsenkende Wirkung. Klinische Studien zur Hypercholesterinämie und dem Myrrhen - Extrakt stehen noch aus, Untersuchungen an gentechnisch veränderten Mäusen sind jedoch viel versprechend. (Science Express DOI 10.1126/science.1072891)

Harnwegsinfekte: Preiselbeersaft schützt

Preiselbeersaft kann einer Studie zufolge vor Harnwegsinfekten schützen. Die Rückfall-Rate lasse sich durch regelmäßigen Saftkonsum um rund die Hälfte senken, berichtet die in Neu-Isenburg erscheinende "Ärzte Zeitung" unter Berufung auf eine finnische Untersuchung. Die Forscher hatten Frauen mit häufigen Harnwegsinfekten täglich 50 Milliliter Preiselbeersaftkonzentrat trinken lassen. Zwei Vergleichsgruppen erhielten den Angaben zufolge entweder so genannte Lactobacillus - Drinks, die sonst bei Harnwegsinfektionen angewandt werden, oder gar kein Medikament. Unter den insgesamt 150 Frauen wiesen die Safttrinkerinnen die besten Werte auf. Ursache seinen vermutlich die im Preiselbeersaft enthaltenen Tanine. Diese chemischen Verbindungen blockierten das Einnisten bestimmter Bakterien. (dpa)

Vitamin E: Prost auf die Prostata

NEW YORK - Neue Hoffnung für die Entwicklung von erfolgreichen Therapien und Präventivmaßnahmen bei Prostatakrebs. Forscher der University of Rochester haben in Laborversuchen herausgefunden, wie Vitamin E gegen Prostatakrebs hilft. Dabei zeigte sich, dass das fettlösliche Vitamin die Bildung der Rezeptoren hemmt, die männliche Sexualhormone als Andockstelle an die Prostatakarzinomzellen benötigen. Bekannt war bislang, dass Testosteron das Tumorwachstum in frühen Stadien der Erkrankung stimulieren kann. Fehlt eine hormonelle Andockstelle, wird das Wachstum gehemmt. Außerdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass Vitamin E besser als die bei Prostata-Krebs oft eingesetzte Substanz Flutamid wirkt. Ein optimales Ergebnis konnte übrigens bei gleichzeitiger Behandlung mit Flutamid und Vitamin E erreicht werden. (Proceedings of the National Academy of Sciences 2002, Vo. 99; S. 7408)

Energy-Drink für erschöpfte Krebspatienten

Urbino - Im Heimatland von Pizza und Pasta schaut man durchaus über den meist köstlich gefüllten Tellerrand hinaus. Und so hat sich Francesco Graziano damit beschäftigt, was Kregspatienten unter einer Chemotherapie bei extremer Müdigkeit wieder auf die Beine helfen könnte. Denn: Vier von fünf Chemopatienten macht diese Nebenwirkung sehr zu schaffen. Graziano vermutet, dass eine Abnahme von Carntitin im Blut zu dieser auch als Fatigue`bekannten Symptomatik führen könnte, weil dieser Stoff die Muskeln mit Energie versorgt. ein spezieller Drink gleicht dieses Defizit wieder aus und sorgt dafür, dass sich Krebspatienten schnell wieder besser fühlen können: Schon innerhalb einer Woche stiegen die Carnitin-Werte um 50 % und die Patienten gaben an, sich deutlich weniger müde zu fühlen. (British Journal of Cancer 2002, Vol. 86, S. 1854-1857)

Brokkoli, der Magenfreund

Baltimore - Die grüne Variante des Blumenkohls schmeckt lecker und bläht weniger als so mancher Kohlkopf. Doch damit nicht genug: Ein Brokkoli - Bestandteil hat sich in Loborversuchen als wirkungsvolles Mittel gegen Helicobacter pylori, verantwortlich für Entzündungen im Magen, erwiesen. Denn der sekundäre Pflanzenstoff Sulforaphan greift in den Versuchen auch die Helicobacters an, die sich besonders schlau in den Magenzellen verstecken und Medikamenten somit trotzen. Das amerikanisch - französische Forscherteam prüft nun in klinischen Versuchen, ob Sulforaphan nicht nur im Reagenzglas, sondern auch bei Helicobacter - Bakterien in Menschenmägen hilft. Wäre nicht schlecht, denn eine Helicobacter - Infektion kann nur zu etwa 80 % erfolgreich behandelt werden, chronische Infektionen begünstgen aber das Entstehen von Magenkrebs. Außerdem wäre Gemüse mit viel Sulforaphan besonders in ärmeren Ländern eine kostengünstige und dazu noch nahrhafte Therapiemöglichkeit. (Proceeding of the National Academy of Science 2002, Vol. 99, S. 7610-7615)

Milch zu den Mahlzeiten verhütet Nierensteine

Wer zur Bildung von Calciumoxalat-Steinen in der Niere neigt, sollte zu jeder Mahlzeit Milch und Milchprodukte einnehmen. Prof. A. Hesse, Bonn, weist darauf hin, daß Calzium und Oxalat aus Lebensmitteln im Magen - Darmtrakt Komplexe bilden, die dann mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Mit entsprechenden Mahlzeiten kann so die Oxalat-Konzentration im Blut und damit im Urin gesenkt werden, so daß eine Steinbildung vermieden werden kann.
Während man früher Patienten dahingehend beriet, ihre Kost calciumarm zu gestalten, um eine Nierenstein-Bildung zu vermeiden, rät man heute, Salate mit Joghurt-Saucen zuzubereiten und zu den Mahlzeiten Käse zu essen oder etwas Milch zu trinken.

Kruste gegen Krebs

Gerade noch vermutete man in der Brotkruste größere Mengen des schädlichen Acrylamids, da gibt es schon eine andere, weitaus positivere Nachricht: Die Brotrinde ist reich an Pronyl-Lysin, einer Substanz, die vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. An den Universitäten Münster und Kiel entdeckten die Lebensmittelchemiker Thomas Hofmann und Veronika Faist besonders große Mengen des Schutzstoffes in langsam gegärtem Pumpernickel und in der Kruste von Weizen-Roggen-Mischbrot. Pronyl-Lysin entsteht beim Backen, wenn die Aminosäure Lysin aus dem Getreideeiweiß mit der Getreidestärke reagiert.

Wie senkt Selen das Krebsrisiko?

Die schon seit langem bekannte Eigenschaft von Selen, vor Krebs zu schützen, beruht vor allem auf der Fähigkeit des Spurenelements, das Krebsschutzgen p 53 zu aktivieren. Selen ist Bestandteil mehrerer Zellenenzyme, die sich an Entgiftungsprozessen beteiligen, indem sie agressive Sauerstoffverbindungen chemisch reduzieren und damit unschädlich machen. Unter diesen reduzierenden Bedingungen scheint sich, so konnten Forscher der Indiana-University in Indianapolis an Zellkulturen feststellen, das p 53 - Protein so zu verformen, daß es besser an die Dexoxyribonucleinsäure binden kann. So kann das Protein Gene in Betrieb nehmen, die für die Reparatur von Schäden am Erbmaterial wichtig sind.

Erdnußallergie nach Hautpflege

LONDON. Erstmals wurden jetzt bei Kindern Risikofaktoren identifiziert, eine Erdnußallergie zu entwickeln. Besonders gefährdet sind danch Kinder, die häufig nässende Ausschläge haben und deshalb mit Mitteln behandelt werden, die Erdnußöl enthalten. Bei diesen Kindern ist die Rate siebenrfach gehäuft. Über Studienergebnisse dazu hat jetzt Dr. Gideon Lack vom St. Mary´s Hospital in London im "New England Journal of Medicine" berichtet.

Salbei: "Heilpflanze des Jahres 2003"

München (dpa) - Salbei heißt die "Heilpflanze des Jahres 2003". Wie der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Paracelsus am Donnerstag in München mitteilte, gilt Salbei
(Salvia officinalis) als die bekannteste Heilpflanze. Schon der lateinische Name "salvare" bedeute heilen bzw. retten. Bereits die Ägypter hätten die verjüngenden und Abwehr steigernden Eigenschaften gepriesen. Die Römer hätten den Salbei gegen Unfruchtbarkeit empfohlen und die Chinesen drei Kisten ihre besten Tees gegen eine Kiste Salbei aus Europa getauscht. Paracelsus (1493 - 1541) nannte Salbei "Kraut der Unsterblichkeit". Aber auch in der Küche seien die ganzen oder gehackten Salbeiblätter zur besseren Bekömmlichkeit bei fetten oder gehaltvollen Speisen sehr beliebt.


Wirken Joghurt und Knoblauch gegen Keime?

Die zunehmenden Resistenzen der Bakterien haben dazu geführt, daß das Interesse an natürlichen Antibiotika aus dem Tier - und Pflanzenreich steigt. Doch welche der Substanzen hat auch die ihm zugesprochene Wirkung?
Dr. Karen Martin und der Professor Edzard Ernst von der englischen Universität Exeter ermittelten für eine Übersichtsarbeit nur wenige Pflanzen, zu deren antibiotischen Effekten nach ihrer Einschätzung brauchbares wissenschaftliches Material existiert. So attackierten zwar viele Pflanzen erfolgreich die Bakterienstämme im Labor, doch im konkreten Versuch mit Patienten wurden sie entweder nicht ausgetestet, oder sie wirkten nicht.
Wie etwa Knoblauch und Zimt. Im Labor noch erfolgreiche Bekämpfer von Helicobakter pylori, zeigten sie im klinischen Versuch mit Patienten keine Wirkung."Dies kann aber auch daran liegen, daß in den klinischen Studien andere Zubereitungen verwendet wurden als im Labor", gibt Ernst zu bedenken. Immerhin zeigt der Schwarze Tee eine Wirksamkeit gegen Karies und Impetigo contagiosa (Grindflechte). Öle von Teebaum und ostindischem Baumbasilikum helfen bei Akne, und der Vogelknöterich ist wirksam bei Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Der Joghurt schließlich unterstützt den Körper im Kampf gegen den Helico-bacter. Nach den Ergebnissen einer Untersuchung an der Universität Taiwan werden nämlich von dem Magen - Parasiten 78 Prozent vernichtet, wenn man die Patienten nur mit Standart-Medikamenten behandelt. Werden jedoch gleichzeitig 200 Gramm Joghurt pro Tag konsumiert, läßt sich dieser Effekt auf 91 Prozent steigern. Denn das saure Milchprodukt hindert Helicocacter daran, sich an den Magenwänden festzusetzen. (Ärzte Zeitung, 28.04.2003)


Gewürze schützen vor Infekten

Je wärmer es in einem Land ist, desto mehr Gewürze verwendet man beim Kochen. Und dies mit gutem Grund, da viele Gewürze das Wachstum krankheitserregender Keime hemmen können. So konnte der indische Mikrobiologe Daljat Arora nachweisen, daß Knoblauch seine Wirkung gegen zahlreiche Bakterien entfaltet, z. B. gegen Staphylococcus aureus (verantwortl. f. Abszesse), gegen den Typhus-Erreger Solmonella typhi oder gegen den Verursacher der Bakterienruhr Shigella flexneri. Eine andere Untersuchung belegt die Wirksamkeit gegen Helicobacter pylori, das Magengeschwüre auslöst. Wichtige Schutzfaktoren sind nach Meinung der Experten auch in Gewürznelken zu finden. Zwei schottische Wissenschaftler kamen zu ähnlichen Ergebnissen und halten vor allem die ätherischen Ölo aus Thymian, Oregano und Nelken für besonders wirksam gegen Durchfallerreger.
(Bild der Wissenschaft 4/02, S. 36 - 37)


Mehr Ballaststoffe - weniger Darmkrebs

Eine ballaststoffreiche Kost senkt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Das ergaben zwei jüngst veröffentlichte, große internationale Studien, darunter die europäische Epic-Studie, eine 1992 begonnene Untersuchung. Ausgewertet wurden die Ballaststoff-Aufnahme und die Krebshäufigkeit von mehr als einer halben Million Menschen.
Resultat: Das Tumorrisiko sinkt um 40 %, wenn die tägliche Ballaststoff-Aufnahme von durchschnittlich 13 Gramm auf 35 Gramm erhöht wird.
(Lancet, Vol. 361 (2003), S. 1496 ff)

Vegetarier leben länger

Eine aktuelle Untersuchung belegt aufs Neue, daß eine pflanzenbetonte Kostform die Wahrscheinlichkeit für ein langes Leben in Gesundheit deutlich erhöht. Die Forschergruppe um Jenny Chang-Claude vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg konnte auf ungewöhnlich reiches Datenmaterial zurückgreifen, da die Untersuchung bereits 1978 begann. 1904 Vegetarier im Alter zwischen 10 und 70 Jahren nahmen teil. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die mit 60 Personen kleinste Gruppe bildeten die Veganer, die als strenge Vegetarier alle tierischen Lebensmittel ablehnen. Zwei Drittel der Teilnehmer waren zu den Ovo-Lacto-Vegetariern zu rechnen, die weder Fleisch noch Fisch, wohl aber Produkte vom lebenden Tier (Eier, Milch, Milchprodukte) essen. Die dritte Gruppe bestand aus weniger strengen Vegetariern, bei denen gelegentlich auch Fleisch und Fisch auf den Tisch kommen. Vegetarier, so das erste Ergebnis der Studie, können sich allgemein eines längeren Lebens erfreuen: Jeweils 100 zu erwartenden Todesfällen in der Allgemeinbevölkerung stehen, bezogen auf die gleiche Altersgruppe, 59 bei den Vegetariern gegenüber.
Beim Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung muß man jedoch beachten, daß sich Vegetarier nicht nur bewußter ernähren und sich mehr bewegen: in ihren Reihen sind auch weniger Übergewichtige und weniger Raucher (5%). Interessant ist die Betrachtung der Vegetarier - Untergruppen: Am gesündesten scheinen die Menschen zu leben, die sich vorrangig pflanzlich ernähren, gelegentlich aber auch Fleisch und Fisch essen.
Bei strengen Vegetariern ist die Sterblichkeit indes höher.
Die Zahlen: 100 zu erwartenden Todesfällen bei Veganern stehen 66 bei Ovo-Lacto-Vegetariern und 60 bei gemäßigten Vegetariern gegenüber.
(Proc.Germ.Nutr.,Vol.5 (2003), S. 41-42)


Kadmium imitiert Östrogenwirkung

Neu-Isenburg (dpa). Kadmium ist offengbar gefährlicher als angenommen. Das Schwermetall imitiert die Wirkung des Hormons Östrogen und schädigt so auch weibliche Sexualorgane, berichten US - Forscher in der aktuellen Ausgabe von "Nature Medicine".
Bisher war bekannt, daß Kadmium Nieren und Knochen schädigt.
(Ärzte - Zeitung, 15.07.2003)


Starke Belastung durch Feinstaub

Flensburg (dpa). Starker Lastwagenverkehr belastet die Menschen in deutschen Ballungsgebieten erheblich mit gesundheitsschädlichem Feinstaub. Die Einhaltung neuer europäischer Grenzwerte, die ab 2005 gelten, ist deshalb fraglich. Das sagten Experten für Luftmeßtechnik aus den 16 Bundesländern gestern auf ihrer 38. Fachtagung bei Flensburg. Die feinsten Staubpartikel greifen die Atemwege an und können zu Herz- oder Kreislauferkrankungen führen.
(Ärzte - Zeitung, 27.05.2003)

Mit Rotwein gegen die Gefahren des Rauchens

Neue griechische Studie (Medical Tribune Kongressbericht)
Wien -  Müssen Raucher sich weiter Gewissensbisse und Selbstvorwürfe wegen ihres Lasters machen oder können sie in Zukunft zumindest die vaskulären Nebenwirkungen des Nikotins mit viel Rotwein ertränken?
Dr. John Lekakis und Dr. Christops Papamichael, Universität Alexandria, präsentierten am Jahreskongress 2003 der European Society of Cardiology eine Studie, die sowohl Winzer wie Raucher optimistisch stimmt.
In ihrer Studie wurde bei insgesamt 16 gesunden Probanden die arterielle Funktion kontrolliert nach dem Rauchen einer Zigarette, nach dem Trinken von 2 Gläsern griechischen Weins, reich an Polyphenolen, und einer Zigarette und nach 2 Gläsern alkoholfreien griechischen Weins und einer Zigarette. Nach dem Genuß einer Zigarette ist die arterielle Funktion für ca. 60 Minuten gestört. Trinkt der Raucher aber zur Zigarette zwei Gläser Rotwein, kann keine Dysfunktion nachgewiesen werden. Und das funktioniert auch bei alkoholfreiem Rotwein. Die Autoren weisen darauf hin, daß ihre Studienergebnisse kein Freibrief für hemmungsloses Rauchen und Trinken seien. Zwar ließ sich die akute Dysfunktion mit Rotwein kompensieren, das allerdings sei nur für eine Zigarette geprüft worden. Daraus zu schließen, daß man ab sofort zu jeder Zigarette zwei Gläser Rotwein trinken müsse, sei noch nicht wissenschaftlich belegt. Rauchen hat ja bekanntlich noch andere schädliche Nebenwirkungen. Und ganz von dieser Form der Kompensation abraten sollte man stark rauchenden Autofahrern. (Medical Tribune Kongressbericht)
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